11. April 2007

20:40

Nach der Vorlage der Zahlen für 2006, das – einmal mehr – ein „ereignisreiches“ Jahr gewesen ist, scheint es keinen Aufschrei zu geben.

Wieder einmal hat Dr. Frenzel sein taktisches Geschick bewiesen und zaubert kurz vor der Bekanntgabe von Zahlen, die man nur als totale Katastrophe bezeichnen kann, eine Fusion aus dem Hut.

Dabei ist es wieder einmal der politische Überlebensinstinkt der das Handeln des Vorstandes bestimmt.

Dr. Frenzel hat sich einen Platz in der neuen Gesellschaft gesichert, anstatt auf der nächsten Hauptversammlung demontiert zu werden.

Vielleicht hatte er die Unterstützung der spanischen Anteilseigner verloren, vielleicht war er es leid sich mit kritischen Aktionären herumzuschlagen.

Dass jedenfalls Wertsteigerung für die Aktionäre der Antrieb für diese Fusion gewesen ist, dürfte aber nach Beobachtung seines früheren Verhaltens sehr unwahrscheinlich sein.

Zu der Fusion selbst:

Das eigene Schicksal der TUI sollte deutlich gemacht haben, dass in dieser Branche Skaleneffekte wenig bedeutend sind.

Bei einem Umsatz von rund 14 Milliarden Euro in 2006 schafft das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Goodwillabschreibungen von rund 400 Millionen Euro.

Das entspricht einer Marge von etwa 3%.

Seit Jahren gibt es hier – trotz offensichtlicher Bemühungen – kein Vorankommen.

Prinzipiell ist die Idee gut das Geschäft in die Hände eines fähigeren Managers zu geben.
Stellt sich nur die Frage warum das nicht schon vor Jahren passiert ist.

Außerdem wäre nicht unbedingt eine Fusion notwendig gewesen, um einen Führungswechsel zu erreichen.

Zu den Zahlen:

Wie man 1,3 Mrd. Euro verschwundenes Eigenkapital als Erfolg bezeichnen kann ist mir ein Rätsel. Kein Rätsel ist die Tatsache, dass das Eigenkapital als Residualgröße in der TUI Bilanz keinen besonders werthaltigen Charakter hat.

Dies wiederum liegt daran dass der Goodwill nach wie vor nicht werthaltig ist. Und das wiederum ist der Beweis dafür dass die Strategie Michael Frenzel’s eine einzige Bankrotterklärung ist. Überteuerte Übernahmen haben ihre Ertragserwartungen nie erfüllt und hinterlassen schwerwiegende Altlasten in der Bilanz.

Wie bereits erwähnt schafft es die Touristiksparte wie in den Jahren zuvor nach wie vor nicht eine zufrieden stellende Rendite zu erwirtschaften.

Die Sparte Schifffahrt ist bereits in die roten Zahlen gerutscht, früher, als selbst von mir erwartet. Der große Überhang an Frachtraum kann nur durch anhaltend starkes Wirtschaftswachstum abgebaut werden. Schwächelt die US Wirtschaft als globaler Impulsgeber für den Welthandel wie im Moment aber weiter oder rutscht diese sogar in eine Rezession wie angesichts der zahlreichen inneren Probleme zu befürchten ist, so wird im wahrsten Sinne des Wortes die Branche direkt in eine Sturmfront fahren.

Weiter stark steigende Frachtkapazitäten in 2007 und stark nachlassendes Handelsvolumenwachstum könnten zu einem erbitterten Kampf um Auslastung führen und die Frachtraten weiter nach unten treiben. Angesichts dessen wie sich die Branche früher verhalten hat und angesichts der Tatsache dass die Schiffe vor allem bei kleineren Unternehmen dringend Deckungsbeiträge einfahren müssen, ist dieses Szenario nicht nur möglich sondern auch sehr wahrscheinlich.

Die TUI wäre für ein derartiges Szenario schlecht gerüstet gewesen:

Von 2002 bis 2005 hatte der Bereich „Sonstige“, in dem früher Unternehmen wie die Firma Wolf oder Preussag North America enthalten waren, ca. 40% zum gesamten EBITA beigetragen. Und in diesen Jahren lief der Bereich Schifffahrt ausgesprochen gut!

Nun sind diese Beteiligungen aber längst zu Geld gemacht und tragen künftig nicht mehr zum Konzernergebnis bei.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Containerschifffahrt vom Schlimmsten verschont bleiben würde, kann man nicht davon ausgehen, dass bis 2008 wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.

Wie schon erwähnt mangelt es auch dem Bereich Touristik an Ertragskraft, so dass mehr als 400 Millionen EBITA mit Frenzel an der Spitze reines Wunschdenken gewesen wären.

200 Millionen Euro muss die TUI jedes Jahr für den Schuldendienst aufwenden.

Das Ergebnis der Touristiksparte wäre also gerade hoch genug ausgefallen um die Schulden zu bedienen und Verluste in der Schifffahrt zu finanzieren.

Der Konzern TUI wäre mehrere Jahre fast absolut bewegungsunfähig gewesen und die Gefahr eines Zwangsverkaufs von Hapag Lloyd wäre im Raume gestanden.
Eine Dividende wäre also bestimmt nicht mehr tragbar gewesen. Und bekanntlich entlädt sich der Zorn vieler Aktionäre erst in einer fehlenden Dividende.

Ob die Probleme mit First Choice erledigt sind, und wie die weitere Strategie des neuen Konzerns vermutlich aussehen wird, das sind Fragen, deren nähere Betrachtung sich lohnt.

24. August 2006

14:00

Ereignisreiche Tage bei der TUI. In der Presse, die ja besonders in Wirtschaftsfragen in Deutschland durch sehr trübe Augen zu sehen scheint, schiessen gegenwärtig wilde Spekulationen ins Kraut.

Ja gar von Druck auf Frenzel von Seiten des Aufsichtsrates ist die Rede.
Blanker Unsinn - Dr. Michael Frenzel hat vom Aufsichtsrat, einem bestenfalls zahnlosen Tiger, nichts zu fürchten. Stattdessen gibt es Bauernopfer.

Auf anderer Seite gibt es gar erstaunliches zu vermelden.
Nachdem Air Berlin - eines der wohl dynamischten Unternehmen dieses Landes - in der Luftverkehrsfahrt zunehmend den Ton angibt scheint es endlich dringenden Handlungsbedarf bei der TUI zu geben.

Die Fusion von Hapag Lloyd Flug und HLX und damit letztendlich die Aufgabe des unsinnigen Konzepts von HLX ist endlich ein richtiger Schritt.

Dass man Unternehmensberater von Roland Berger engagieren muss, spricht natürlich Bände über die Kompetenz der eingentlichen Unternehmensführung die die Konzepte zu erarbeiten hat. Aber ein Exit aus der Luftverkehrsbranche mit starken Aktueren, Kostendruck von allen Seiten und ausufernden Kapazitäten ist dringend notwenig. 

Zum einen wären Mittel zur Erneuerung der alternden Flugzeugflotten besonders bei Corsair und Thomsonfly schlecht angelegt, zum anderen ist das Geld dringend zur Sicherung der längerfristigen Zukunft des Unternehmens benötigt.

Besonders die RIU-Gruppe, die einzige wirklich werthaltige Beteiligung der TUI (Wert der Gruppe: ca. 1 Mrd Euro, davon ca. 49% TUI), gefällt mit relativ stabilen und langfristig wachsenden Erträgen. Das Qualitätskonzept ist in sich Stimmung und die Hotels dürften mit relativ hoher Auslastung glänzen, für die Premiumpreise erzielt werden.
Hier machen weiteres Wachstum und Investitionen Sinn. 

Falls von Seiten Air Berlins Interesse besteht wäre der Königweg die Fusion der TUI Gesellschaften mit Air Berlin und weitergehende Verträge über die Beförderung von Reisenden. Damit wäre nicht nur das Investitionsproblem gelöst, es würde die Fluggesellschaften auch noch in fähige Hände lotsen. 

22. August 2006

13:35 

Offenbar ein probates Mittel bei der TUI, das auch schon bei der Preussag angewandt wurde, ist das auffällig häufige Austauschen von Führungspersonen.

Dabei gilt doch nur, dass untergebene Manager nur so gut wie die Organisation oder der Mann an der Spitze sein können. Ein Personalkarussel schafft keine Lösungen.

Was jetzt kommen muss ist eine neue Strategie - vor allem bezüglich der konzerneigenen Flugzeugflotte, des teuren Vertriebs und künftiger Expansionsstrategien.

Dabei droht vom EU Ministerrat ab 2009 neues Ungemach. Preisabsprachen - und damit die Fähigkeit Kosten weiterzugeben werden ab diesem Zeitpunkt empfindlich eingeschränkt. Zwar ist dies noch Donnergrollen aus weiter Entfernung, doch es bedeutet vor allem, dass in der Branche der Konsolidierungsdruck zunehmen wird - gerade aus dem Grund, dass Allianzen fast wertlos werden und Größe mehr denn je über den Erfolg entscheidet.

In der gegenwärtigen Lage, in der der sich der TUI-Konzern befindet, heisst dass nichts anderes, als dass die TUI an diesem Konsolidierungsprozess keinesfalls teilnehmen werden wird und kann, weil schlicht die Mittel fehlen.

21. August 2006

10:40

Nach der Gewinnwarnung von Möller-Maersk vom 27.06 war es eigentlich schon klar - die blumigen Prognosen der TUI waren angesichts der sich rapide verschlechternden Situation auf dem Containerschiffmarkt unhaltbar und wurden trotzdem zunächst bestätigt.

Was sich in der Schifffahrt nun aufzeigt erfüllt alle Kriterien eines klassischen Dilemmas. Während die durchschnittlichen Frachtraten noch annähernd stabil blieben (1303 $/TEU bei Hapag Lloyd, bzw. 1632$/TEU bei CP Ships) geriet das Ergebnis vor allem durch die Kostenseite unter Druck. Dies wiegt umso schwerer, da es trotz offensichtlich steigender Frachtmengen nicht mehr gelingt die Mehrkosten durch höhere Frachtraten weiterzugeben.

Das schwache Abschneiden von CP Ships, das für sich genommen im ersten Halbjahr in die Verlustzone gerutscht sein dürfte (Seite 33, Anhang) deutet ebenfalls darauf hin, dass sich die Situation in der Branche zuspitzt.

Baustellen an allen Ecken und Enden - auch die Touristiksparte blieb hinter dem Vorjahr zurück, und das, obwohl zusätzlich ca. 200 Mio Euro an außerordentlichen Erträgen angefallen waren (ebenfalls Seite 33, Anhang).

Für den aufmerksamen Investor sicherlich keine Überraschung erstaunte das schlechte Abschneiden des Konzerns wohl immer noch einige Analysten die nun reihenweise ihre Gewinnprognosen zurücknehmen. Dabei sollte man vor allem beachten, dass das größte "Unheil" in der Schiffahrt noch bevorsteht - im Herbst/Winter wenn große Kapazitäten an neuen Containerschiffen auf dem Markt kommen werden.

11. Mai 2006

13:05

Die Hauptversammlung ist vorbei und der Vorstand hat ein Mandat für ein weiteres Jahr erhalten. Dennoch ist es äußerst positiv zu sehen, dass viele Aktionäre ähnlich denken wie ich und ich sehr viel Zuspruch auf meine Rede erhalten habe.

Dies hat sich auch im Abstimmungsverhalten niedergeschlagen. 

Diese Website bleibt bis auf weiteres im Netz, Aktualisierungen werden vermutlich aber nicht mehr folgen. 

7. Mai 2006

20:20 Uhr

Vor der Hauptversammlung bitte ich Sie noch dringend diesen Artikel über den Umbau von Preussag zu lesen. Er stellt einige meines Erachtens sehr interessante Tatsachen heraus.

Der Artikel ist am 18. Juli 2002 in der Tageszeitung "Die Welt" erschienen.
Den Artikel finden Sie auch im Downloadbereich. 

01:25 Uhr

In erschöpfender Arbeit ist es mir gelungen die letzten Inhalte, vornehmlich das Kapitel "Ein Blick auf TUI", verfügbar zu machen.

Speziell nach vielen Anfragen von Aktionären habe ich einen kleinen Leitfaden erstellt, wie man es meiner Meinung nach "besser machen könnte". 

Ich werde nun mit den letzten Vorbereitungen für die Hauptversammlung beginnen und würde mich sehr freuen einige von Ihnen dort anzutreffen. 

6. Mai 2006

18:40 Uhr

Der Termin der Hauptversammlung rückt immer näher.
Bis morgen (Sonntag) wird vermutlich die endgültige Version der Website stehen.

Ich bitte Sie an dieser Stelle, noch einen Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen.
Es geht schließlich darum zu zeigen, dass wir nicht eine kleine unzufriedene Minderheit sind!
 

5. Mai 2006

18:45 Uhr

Nachdem organisatorische Dinge für die Hauptversammlung vorbereitet werden mussten, werde ich mich an diesem Wochenende wieder um die Seite kümmern.

Aktuell habe ich einen neuen Artikel zum Download bereitgestellt, der die künftige Situation in der Containerschifffahrt aus meiner Sicht darstellt.

26. April 2006

21:00 Uhr

Nach umfangreichen Änderungen geht die Seite wieder online.
Die TUI-Rechtsabteilung hat sich schriftlich für die schnelle Änderung bedankt.

Damit sollten alle Probleme diesbezüglich vorerst gelöst sein.

Während des Wochendes werde ich versuchen meinen Ausblick für die Containerschifffahrtsindustrie 2006/2007 fertigzustellen und werde Ihnen einen Kandidaten präsentieren, der eine Alternative zu CP Ships dargestellt hätte.

Ich bitte Sie zu beachten, dass mein Gegenantrag nun unter

http://www.tui-group.com/de/ir/hv/hv_2006/gegenantraege.html#a1

zur Einsicht bereitsteht.

25. April 2006

19:30 Uhr

Ich habe mich entschlossen die Seite www.tui-gegenantrag.de vorerst vom Netz zu nehmen.

Im Zuge einer Auseinandersetzung mit der Rechtsabteilung der TUI AG, die sich vor allem um die Modalitäten meines Gegenantrages drehte, wurde mir mit rechtlichen Schritten gedroht.

Als Grund hierfür wurde die Verwendung des Namens "tui" im Namen der Domain.
Ferner wurde eine beeinträchtigung der Markenrechte gesehen. 

24. April 2006

12:15 Uhr 

Ab heute wird ein Link zu einer Studie über den Umbau von Preussag, die von Professor Ernst Maug, PhD und seinen Mitarbeitern erstellt wurde, auf meiner Seite erscheinen.

Schonmal vorab:  Die Studie kommt zu den Schluss, dass die Akquisitionspolitik von Michael Frenzel systematisch Werte vernichtet hat.

Meinen herzlichen Dank an Professor Maug 

00:55 Uhr 

Nach umfangreicher Nachtarbeit ist es mir jetzt gelungen, meine Argumentationskette über den Kauf von CP Ships online zu stellen.

In den folgenden Tagen wird eine Sektion eingerichtet, in der Sie sich über Fachbegriffe informieren können und die verwendeten Quartalsberichte zum Selbststudium herunterladen können. 

23. April 2006

Eine ganze Reihe Artikel sind seit einigen Stunden verfügbar.

Ich bin zudem zuversichtlich, dass heute zumindest einige Teile des Herzstücks meiner Argumentation, dem Kauf von CP Ships, online gehen.
Soviel vorab: Ich bin der Überzeugung, dass der Kauf strategisch nicht unklug ist, aber der Zeitpunkt des Kaufs und die Höhe des Kaufpreises sind inakzeptabel, und werden uns Aktionären zum Nachteil gereichen.

Herzlichen Dank auch für die Einträge im Gästebuch und die Unterstützung für mein Vorhaben. 

22. April 2006

Im Moment (22:00 Uhr) wird gerade am Layout gebastelt.

Bin zuversichtlich, dass morgen die endgültige Version stehen wird.

Unter dem Menuepunkt “Preussags Töchter” findet man den ersten Artikel endlich online.

Die Downloadsektion wurde um das 3. Kapitel erweitert.
Morgen folgt das Kernstück – die Argumentation gegen den Kauf von CP Ships.

21. April 2006

Im Downloadbereich ist der Einführungsartikel verfügbar.

Er bildet den Auftakt meiner Argumentationsreihe.

Sobald die Probleme mit dem Layout gelöst sind, wird der Artikel auch direkt auf der Homepage einsehbar sein.

 

20. April 2006

Aufgrund aktueller Probleme mit dem Layout sind alle Menüpunkte außer "Download" vom Netz genommen worden.

Die Probleme mit dem Layout sind von mir unterschätzt worden. Insbesondere bei Verwendung des Internet Explorers sind keine zufriedenstellenden Darstellungergebnisse erzielt worden.

Im Bereich Download wird in Kürze ein Link verfügbar sind, in dem Sie einige PDF Dateien herunterladen können.
 

19. April 2006

Heute geht die Seite online.

Die Navigation sollte einfach und ohne Fehler möglich sein.
Inhalte sind noch nicht geladen und werden in den nächsten Tagen Schritt für Schritt nachgereicht.

Verfügbar ist der Menüpunkt “Bestandsaufnahme”

Die Webseite wurde mit Hilfe des CMS-Systems “Redaxo” erstellt.
Meinen Herzlichen Dank an die Entwickler.

Für Anregungen und Kritik bin ich selbstverständlich jederzeit erreichbar.